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Lange Nacht der Chöre 2005

 

Ein Chor wird heimatlos
Das Schicksal der denkmalgeschützten Reformationskirche in Berlin-Moabit ist ungewiss: Der Gemeindekirchenrat hat Kirche und Nebengebäude zum Verkauf freigegeben, der ab sofort vom Grundstücksreferat der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg betrieben wird.

Um auf das ungeklärte Schicksal der Reformationskirche an der Beusselstraße aufmerksam zu machen und um möglichst viele Freunde und Förderer für die Erhaltung der Kirche zu mobilisieren, veranstaltet die Cantorei Ende August 2005 (26.-28.) unter dem Motto "Ein Dach für die Kirchenmusik" ein langes Konzertwochenende.
Die Cantorei versucht auf diese Weise auch, einen der wenigen kulturellen Veranstaltungsorte im Beusselkietz zu erhalten. In einem Problembezirk wie Moabit mit hoher Arbeitslosigkeit, vielen Sozialhilfeempfängern und einem hohen Prozentsatz ausländischer Mitbürger sollen die Öffentlichkeit sowie alle kirchlichen und staatlichen Stellen aufgerufen werden, diese kulturelle "Insel" zu erhalten.
Das Progamm finden Sie hier (Flyer).

1.000 Besucher bei der Nacht der Chöre in der Berliner Reformationskirche

Berlin (epd). Mehr als 1.000 Menschen haben am Freitagabend die «Lange Nacht der Chöre» in der Reformationskirche in Berlin-Moabit besucht. Die Resonanz auf das Mammutkonzert mit elf Ensembles sei «umwerfend» gewesen, sagte der Sprecher der Kantorei der Gemeinde, Lothar Kahl am Wochenende dem epd in Berlin. «Wir hatten fünfeinhalb Stunden lang den Laden voll.» Die Veranstaltung bildete den Auftakt zu einem Konzertwochenende unter dem Motto «Ein Dach für Kirchenmusik», mit dem auf das ungeklärte Schicksal der sanierungsbedürftigen Kirche aufmerksam gemacht werden sollte. Bei der Langen Nacht von 19 Uhr bis kurz vor Mitternacht waren unter anderem der Berliner Staats- und Domchor und das Orchester Berliner Musikfreunde ohne Gage aufgetreten. Am Sonnabend und Sonntag standen ein Orgelkonzert, eine Aufführung von Joseph Haydns «Stabat Mater», ein Festgottesdienst und italienische Motetten auf dem Programm.
Insgesamt zählten die Veranstalter über 1.500 Besucher und Spenden in Höhe von 2.500 Euro für dringend notwendige Restaurierungsmaßnahmen. Die Sanierungskosten für die 1907 eingeweihte und unter Denkmalschutz stehende Kirche mit vier Nebengebäuden, darunter ein Wohnhaus und ein Neubau mit Gemeindezentrum werden auf 2,4 Millionen Euro geschätzt.
Mit der evangelischen Landeskirche als Eigentümerin des Komplexes führt die Gemeinde derzeit Gespräche über Möglichkeiten des Erhalts. Ein Verkauf der Kirche stehe jedoch nicht zur Diskussion, hieß es. Die in Finanznöten steckende Gemeinde mit etwa 2.500 Mitgliedern fusionierte 2004 mit der benachbarten Heilandskirche. Im Dezember hatte ein Brand Teile des Gemeindezentrums stark beschädigt. Zudem ist das Kirchendach marode. Die Kirchengemeinde sucht deshalb nach Mitnutzern, die sich an der Bauunterhaltung beteiligen. Überlegt wird etwa, die Kirche anderen Chören als Proberaum zur Verfügung zu stellen, noch stärker als bisher für Konzerte zu nutzen oder an eine andere christliche Gemeinde zu vermieten. (4721/28.08.2005)
epd ost rp



Presse:


Weitere Informationen:
Lothar Kahl Tel: 030-39731630, email: l.kahl@cantorei.de und Norbert Carius Tel: 030-2288-2660, email: ncarius@yahoo.com