ZUR PETITE MESSE SOLENELLE

Kleine große Kammermusik:
Gioachino Rossini, Petite Messe solennelle (1863)

Die Petite Messe solennelle von Gioachino Rossini ist eine der bemerkenswertesten Vertonungen des katholischen Messtextes, sowohl mit Blick auf die Umstände ihrer Entstehung als auch auf ihre musikalische Gestalt.
Sie changiert zwischen Rossinis „erster Natur“ als hoch gerühmter Komponist komischer Opern und einer tiefen Religiosität; zwischen Heiterkeit, feiner Ironie und religiösem Ernst. Diese Mischung war im 19. Jahrhundert besonders dem kirchlichen Milieu in Deutschland verdächtig, womöglich mit ein Grund für die kaum vorhandene Aufführungstradition der Messe.

„Das ist keine Kirchenmusik für euch Deutsche, meine heiligste Musik ist doch nur immer semi seria [halb ernst]“, sagte er über das Stück und „Lieber Gott – voilà, nun ist diese arme kleine Messe beendet. Ist es wirklich heilige Musik [musique sacrée], die ich gemacht habe oder ist es vermaledeite Musik [sacrée musique]?
Ich wurde für die Opera buffa geboren, das weißt Du wohl! Wenig Wissen, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.“

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WEIHNACHTSKONZERT / 2017

Samstag, 09. Dezember 2017
Sonntag, 10. Dezember 2017

Mendelssohn Bartholdy:
Vom Himmel hoch – Choralkantate
Lobgesang – Sinfoniekantate

Sophie Klussmann, Sopran; Antonia Glugla, Mezzosopran; Michael Zabanoff, Tenor;
Wilko Reinhold, Bariton

9. Dezember 2017, 19 Uhr:
Reformationskirche, Berlin-Moabit
Beusselstraße 35
10553 Berlin

10. Dezember 2017, 16 Uhr:
Heilig-Kreuz-Kirche, Berlin-Kreuzberg
Zossener Straße 65
10961 Berlin

Leitung:
Jens Albert, Orchester Äskulap
Johannes Stolte, Cantorei der Reformationskirche

Eintritt: 12 Euro / 10 Euro
Karten: tickets@cantorei.de + Abendkasse

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WEIHNACHTSKONZERT TEXT / 2017

Gedanken zum Mendelssohn-Weihnachtskonzert 2017

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott.“

In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht begriffen. […] Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“

Mit diesen rätselhaften und poetischen Worten beginnt das Johannes-Evangelium. Eine ganze theologische Welt öffnet sich hier. Der Dualismus zwischen Licht und Finsternis ist ein Grundprinzip der Weihnachtsbotschaft und spiegelt sich in unseren Bräuchen: Gott kommt in die dunkle Welt und erleuchtet die Menschen, wir entzünden Kerzen an Bäumen, auf Kränzen und Tischen.

In Mendelssohns Zweiter Sinfonie, die er als „Sinfonie-Kantate“ bezeichnet, ist der Antagonismus zwischen Dunkelheit und Licht, Nacht und Tag allgegenwärtig. Insofern passt das Werk in ein weihnachtliches Programm. Ursprünglich … mehr