JOHANNES BRAHMS: EIN DEUTSCHES REQUIEM

Zur Kammermusikfassung Es ist ein großes sinfonische Trostoratorium – eine Musik, die bis heute viele Menschen zutiefst berührt. Brahms‘ im kirchlich-theologischen Sinne sehr zurückhaltende und ganz allgemein auf Trost und Trösten fokussierte Textzusammenstellung hat neben der unübertroffenen musikalischen Gestaltung wohl nicht ganz unwesentlich für die breite Anerkennung gesorgt, die er hierfür erhalten hat. Johannes Brahms fand für sein Requiem-Libretto Bibelworte fernab des kirchlichen Dogmas, in denen seine persönliche und künstlerische Sicht auf die „letzten Dinge“ aufscheint; dabei war er mit Anfang dreißig noch ein junger Mann. Das Werk bedeutete seinen Durchbruch als Komponist und ist bis heute eines der meist aufgeführten sinfonischen Chorwerke, hat also universellen Charakter und berührt Menschen unabhängig von ihrem weltanschaulichen Hintergrund. Alle Komponisten der Romantik waren Suchende in einer Welt, die aus den Fugen geriet. Sie bewegten sich im Zwischenbereich von Schmerz und Liebe, Tod und Erfüllung. Kein Wunder, war doch das spätere 19. Jahrhundert eine Epoche rasanter Veränderungen angesichts der Evolutionstheorie, Religionskritik, der Industrialisierung und der Gründung der Nationalstaaten. Religion wurde besonders in gebildeten Kreisen weitgehend der Privatsphäre zugeordnet, Natur oder Kunst wurden zu Ersatzreligionen.…

mehr

JOHANNES BRAHMS: EIN DEUTSCHES REQUIEM

Johannes Brahms: Ein Deutsches Requiem – Józef Świder: Kto szuka Cię – Paweł Łukaszewski: Ostatni list Świętego Maksymiliana Marii Kolbego do Matki In Kooperation mit: Berlin-Brandenburgisches Sinfonie-Orchester Website Adoramus-Chor, Slubice Website Sopran: Magdalena Ilowska Bariton: Paweł Wiencek Leitung: Barbara Weiser Lada, Johannes Stolte, Mariano Domingo Samstag, 17. November 2018, 19.30 Uhr Parafia pw. Ducha Świętego (Katholische Kirche) Wojska Polskiego 140, 69-100 Słubice, Polen Samstag, 24. November 2018, 19 Uhr Reformationskirche Beusselstr. 35 10553 Berlin Sonntag, 25. November 2018, 17 Uhr Auenkirche Wilhelmsaue 118a 10715 Berlin-Wilmersdorf

mehr

EINFÜHRUNG ZUM KONZERT

„Wer Dich sucht, hat Dich schon gefunden“ Diese Worte des polnischen Dichters Leopold Staff (1878-1957) in der Vertonung von Józef Świder (1930-2015) stehen nicht nur am Beginn der Konzerte, die den Abschluss unseres deutsch-polnischen Projektes bilden, sie können auch als Leitgedanke der aufgeführten Werke gelesen werden. Johannes Brahms fand für sein Requiem-Libretto Bibelworte fernab des kirchlichen Dogmas, in denen seine persönliche und künstlerische Sicht auf die „letzten Dinge“ aufscheint; dabei war er mit Anfang dreißig noch ein junger Mann. Das Werk bedeutete seinen Durchbruch als Komponist und ist bis heute eines der meist aufgeführten sinfonischen Chorwerke, hat also universellen Charakter und berührt Menschen unabhängig von ihrem weltanschaulichen Hintergrund. Alle Komponisten der Romantik waren Suchende in einer Welt, die aus den Fugen geriet. Sie bewegten sich im Zwischenbereich von Schmerz und Liebe, Tod und Erfüllung. Kein Wunder, war doch das spätere 19. Jahrhundert eine Epoche rasanter Veränderungen angesichts der Evolutionstheorie, Religionskritik, der Industrialisierung und der Gründung der Nationalstaaten. Religion wurde besonders in gebildeten Kreisen weitgehend der Privatsphäre zugeordnet, Natur oder Kunst wurden zu Ersatzreligionen. Brahms verstand die Bibel mehr als Dichtung,…

mehr